Katrin Behrensen, Jahresbestmeisterin 2011, Bestatterin

HWK-Düsseldorf, 27. April 2012
Katrin Behrensen Katrin Behrensen
 
Als Katrin Behrensen 14 Jahre alt war verstarb ihre Großmutter. Wenige Jahre später verlor sie eine Freundin durch einen Verkehrsunfall. Dies waren die ersten Kontakte mit dem Thema Tod und somit auch mit der Person des Bestatters für sie. „In beiden Fällen war der Bestatter eine große Unterstützung für meine Familie und mich. Rückblickend betrachtet hätte dieser aber noch viel mehr tun können oder sogar müssen“, erläutert sie sachlich. „Jeder Sterbefall ist besonders, egal, ob der Verstorbene acht, 18 oder 81 Jahre alt ist. Ich glaube, dass mich meine Begegnung mit dem Tod im persönlichen Umfeld an den Beruf der Bestatterin herangeführt hat. Die Trauerbegleitung, diese wertvolle Unterstützung der Angehörigen in der für sie so schweren Zeit, sehe ich heute als meine wichtigste Aufgabe an.“

Nach diesen zwei einschneidenden Erlebnissen hat Katrin Behrensen ein Praktikum bei einem Bestatter absolviert, um ihre eigenen Grenzen zu erfahren, schließlich wird mit verstorbenen Menschen gearbeitet. Sie müssen gewaschen, angezogen und in den Sarg gebettet werden. „Schon nach dem ersten Tag im Praktikum wusste ich: Dies ist mein Traumberuf! Die Begeisterung bei meiner Familie und meinen Freunden hielt sich verständlicherweise in Grenzen“, sagt sie. „Nach meinem im Jahr 2005 abgelegten Abitur habe ich eine entsprechende Ausbildung zur Bestattungsfachkraft im Bestattungshaus Paulsen GmbH & Co. KG, einem renommierten Bestattungsunternehmen in Kiel, begonnen. „Aufgrund meiner guten schulischen Leistung konnte ich meine Ausbildung um ein Jahr verkürzen“, erzählt sie begeistert. Ihr Einsatz hat sich gelohnt. Katrin Behrensen legte ihre Gesellenprüfung als erste Landessiegerin des Bundeslandes Schleswig-Holstein und als zweite Bundessiegerin ab. Mit dieser beachtlichen Leistung erhielt sie eine Begabtenförderung der Handwerkskammer Lübeck. Damit konnte sie schon einen Teil der Meisterschule finanzieren. Den verbleibenden Betrag hat ihr Arbeitgeber übernommen.

Berufsbedingt konnte Katrin Behrensen den Vorbereitungskurs auf die Meisterprüfung nur im Bundesausbildungszentrum für Bestatter in Bayern ablegen. „Da ich am ersten Vorbereitungskurs überhaupt teilgenommen habe, gab es noch so einige Unstimmigkeiten zwischen den Dozenten bezüglich des Rahmenlehrplanes. Dies führte hier und da zwangsläufig zu Missstimmungen bei den Kursteilnehmern“, gibt sie zu bedenken. Doch auch nach diesen von ihrem Heimatort knapp 600 Kilometer entfernten auf sich genommenen Strapazen bereut sie keine in ihrer Vergangenheit getroffene Entscheidung. Vielmehr freut sie sich jeden Morgen immer wieder aufs Neue auf ihre außerordentliche Leistung zu schauen - ihr Meistertitel hängt nämlich gerahmt in ihrem Büro.

Katrin Behrensen führt begeistert aus, dass sie aufgrund ihrer erfolgreich abgelegten Meisterprüfung von ihrem Ausbildungsbetrieb eine interessante und anspruchsvolle Stelle mit viel Verantwortung angeboten bekam. „Nicht nur die Betreuung der Auszubildenden, sondern auch die Führung der Mitarbeiter und das Treffen von wichtigen wirtschaftlichen Entscheidungen gehören nun zu meinem neuen Aufgabenfeld.“
Von der bundesweiten Imagekampagne des Deutschen Handwerks hat sie bisher nichts mitbekommen. Vielleicht liegt das aber daran, dass der Bundesverband Deutscher Bestatter eine eigene bundesweite Imagekampagne initiiert hat.

Siehe auch: http://www.hwk-duesseldorf.de/31,0,1561.html
 
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